1. Mai 2016 - Rogate Konfirmation


Predigt zu 1.Timotheus 2,4,6a:

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Liebe mitfeiernde Gemeinde!

Lieblingsmenschen sind wichtig! Selbst wenn wir nicht nur diesen einen Lieblingsmenschen haben, der im Lied von Namika besungen wird. Menschen, die uns auch ohne Worte verstehen. Mit denen zusammen wir Lasten tragen. Mit denen wir uns streiten und dann wieder versöhnen können. Die für uns da sind – und ihr habt uns ja einige dieser Lieblingsmenschen beschrieben in der Familie und im Freundeskreis. Es ist gut, dass viele dieser Lieblingsmenschen mit Euch zusammen heute Konfirmation feiern.

Umgekehrt: Auch wir sollen so zu Lieblingsmenschen werden. Weil andere auf uns angewiesen sind. Dass wir sie verstehen. Dass wir ihre Lasten mittragen. Dass wir uns streiten und versöhnen. Dann sieht die Welt anders aus. Nicht nur der Automatenkaffee, der dann schmeckt wie ein Kaffee auf Hawaii. Nicht nur die Staus auf Autobahn, die dann keine Last mehr sind. Sondern dass unsere Welt sich verändert, wenn wir so füreinander da sind. Lieblingsmenschen haben und Lieblingsmenschen werden.

Andererseits ist das auch eine riesige Aufgabe. So füreinander da zu sein. Gelingt das uns mit unseren Grenzen an Zeit, Kraft, Liebe, Fähigkeiten?

Doch das Bibelwort, das uns heute leitet, weitet unseren Blick über unsere Grenzen hinaus: „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung.“

Von den Lieblingsmenschen wird der Blick auf Gott gerichtet. Der allen Menschen helfen will. Für den sozusagen jeder Mensch ein Lieblingsmensch ist. Dessen Kraft über unsere Grenzen hinausreicht. Der uns versteht auch ohne Worte. Der unsere Lasten mitträgt. Der uns verzeiht.

Bevor wir uns überfordert fühlen, sollen wir die Kraft Gottes erkennen. Die Wahrheit seiner Nähe und Hilfe. Dass wir und alle seine Lieblingsmenschen sind. Das zu erkennen, bedeutet Konfirmation – Befestigung. Ganz egal, ob wir heute konfirmiert werden, es schon längst sind oder es nie waren: Wir haben heute die Chance, zu diesem Gott bewusst Ja zu sagen. Der will, dass uns und allen Menschen geholfen wird.

Diese Wahrheit, diese Nähe Gottes sie ist Mensch geworden. Gewissermaßen in einem besonderen Lieblingsmenschen: Dem Menschen Jesus Christus. Der uns gezeigt hat, wie Gott ist. Und wie wir Lieblingsmenschen werden können. Dafür hat er sich ganz eingesetzt. Sich selbst gegeben, um uns zu befreien von allem, was uns zu schaffen macht.

Mit diesem Christus leben. Ihm vertrauen. Dann sind wir konfirmiert. Dann können wir zu ihm und zu unseren Mitmenschen sagen:

Hallo Lieblingsmensch! Ein Riesenkompliment,

dafür dass du mich so gut kennst.

Bei dir kann ich ich sein,

verträumt und verrückt sein

Danke Lieblingsmensch!

Schön, dass wir uns kennen. Amen.