1. Oktober 2017 - Erntedank


Kurzpredigt zu Jesaja 58,7-12

Wir denken manchmal: Gott ist ganz weit weg. Oder sogar: Er ist gar nicht da. Weil wir ihn nicht sehen. Das ist eben ein bisschen so, wie wenn nachts das Licht ausgeschaltet ist. Die Dinge im Zimmer sind ja trotzdem noch da. Nur sehen wir sie nicht. Erst wenn das Licht eingeschaltet ist, erkennen wir, was im Raum ist.

So ist das auch mit Gott: Wir sehen ihn nicht, weil das Dunkle im Leben die Sicht versperrt. Wenn wir Gott für die Lebensmittel danken, geht das Licht an. Wir entdecken, was er tut.

Unsere Lebensmittel und alle Dinge, die hier auf und um den Altar stehen – sie sind Geschenke Gottes. Getreide und Früchte, die Gott hat wachsen lassen. Brot und andere Dinge, die daraus hergestellt wurden. Auch wenn wir Menschen vieles machen und produzieren können – es ist Gott, der uns das möglich macht. Danken ist wie das Licht einschalten: Wir sehen Gott beschenkt uns, Gott ist da.

So habt Ihr, die Konfis, es uns vorher erklärt: vieles macht unser Leben hell. Und dieses Licht können wir sogar weitergeben – auch das habt Ihr uns gezeigt. Deshalb sagt Gott durch den Prophet Jesaja in der Bibel:

Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen! Dann strahlt euer Glück auf wie die Sonne am Morgen und eure Wunden heilen schnell; eure guten Taten gehen euch voran und meine Herrlichkeit folgt euch als starker Schutz.

Das Licht des Dankens weitergeben. Wenn wir von Gottes Geschenken etwas abgeben. Unsere Erntegaben, die dem Zusam-Lädle in Giengen zukommen. Dass Menschen, die wenig Geld haben, diese Dinge günstig kaufen können. Das Geld, das wir spenden der Frauenarbeit in Kamerun. Dadurch wird es im Leben vieler Menschen hell.

Wenn es so hell wird, haben wir den Durchblick. Menschen, die entdecken: Gott schenkt mir so viel – die spüren: Gott ist wirklich da. Menschen, denen geholfen wird, entdecken dadurch: Mir hilft Gott. Er steht an meiner Seite. Mit seiner schützenden, helfenden und heilenden Kraft.

Wenn wir anderen helfen, wird es auch bei ihnen hell. Wie es Gott selber sagt: Dann strahlt euer Glück auf wie die Sonne am Morgen und eure Wunden heilen schnell; eure guten Taten gehen euch voran und meine Herrlichkeit folgt euch als starker Schutz. Amen.