14. Oktober 2018 - 20. Sonntag nach Trinitatis - Konfirmandenvorstellung


Predigt zu 1. Korinther 7,31b-32a

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Liebe Gemeinde!

Von Euren Lieblingsplätzen haben wir vorher gehört – wo Ihr Euch besonders wohlfühlt. Ob daheim im Bett, am Schreibtisch, in der Natur, auf dem Sportplatz … Ich denke, jeder und jede von uns hat ebensolche Plätze, wo wir gerne sind.

Das Problem ist nur, dass wir an solchen Lieblingsplätzen nicht immer bleiben können. Wer nicht aus dem Bett kommt, den Schreibtisch nicht verlässt, nur durch die Natur streift oder immer auf dem Sportplatz zu finden ist – der wird auf Dauer mit seinem Leben nicht zurechtkommen. In der Fußballsprache: Es gibt im Leben nicht nur Heimspiele. Es gehört dazu, dass wir immer wieder in die Auswärtsstadien müssen. An Plätze, Orte und Situationen, wo wir uns nicht wohlfühlen, wo wir Dinge tun müssen, die uns schwerfallen, wo wir vielleicht sogar Angst und Sorge haben. Wenn bei mir morgen früh der Zahnarztstuhl wartet – es gibt sicher angenehmere Orte. Bei anderen ist es die Klassenarbeit oder der Sportunterricht. Bei wieder anderen heute Mittag der Besuch bei der Schwiegermutter oder morgen früh der Arbeitsplatz. Sorgen, Ängste, Misserfolge, Ärger, Unangenehmes, Schwierigkeiten sind Teil unseres Lebens.

Das war schon immer so – deshalb schreibt der Apostel Paulus seiner Gemeinde in Korinth: „Die Welt, so wie sie ist, vergeht. Ich möchte aber, dass ihr euch keine unnötigen Sorgen macht.“ Die Christen damals in der Gemeinde in Korinth lebten in einer Welt, in der sie sich Sorgen machen mussten. Wo ihnen viele feindlich begegneten. Wo es außerhalb der christlichen Gemeinde wenig Plätze gab, wo sie sich geborgen fühlten.

Da schreibt Paulus diese Sätze: das Schema dieser Welt vergeht. Eine Welt, die Angst und Sorge macht, vergeht. Deshalb: Keine unnötigen Sorgen!

Wie meint Paulus das? Wie können die Dinge in dieser Welt, die uns Sorgen machen vergehen?

Ihr habt ja vorher nicht nur Eure Lieblingsplätze geschildert. Ihr habt zugleich noch Situationen dargestellt, in denen Jesus sich vorstellt.

Zuerst: Als Licht der Welt. Natürlich gibt es viele Situationen, in denen unser Leben dunkel erscheint – so wie die beiden im Schatten des Baumes. Lebenslagen, die Angst machen. Wenn wir da zu Jesus kommen wie links auf dem Bild, kommen wir ins Licht. Vielleicht ist das Dunkle immer noch da. Aber wir haben Jesus an unserer Seite. Damit verliert die dunkle Seite der Welt ihren Schrecken. Ins Licht zu Jesus kommen wir, wenn wir ihn um Begleitung bitten. Unsere Sorgen ihm sagen.

Dann begleitet uns Jesus wie ein guter Hirte. Ihr habt es uns ja vorher gesagt: Er vertraut uns, wir vertrauen ihm. Wir könen mit ihm sprechen, mit unseren Problemen zu ihm kommen. Er spricht zu uns. Er behütet uns – sogar in den dunklen Tälern. Damit vergeht das Schema dieser Welt, das uns Angst macht. Weil er da ist und für uns sorgt.

Das gilt sogar bei dem, was uns am stärksten Angst macht: Im Tod. Ihr habt ja den Weg Jesu von der Kreuzigung zur Auferstehung gezeigt. Und wer an Jesus, die Auferstehung und das Leben glaubt, kommt mit Jesus vom Tod zum Leben. Das Schema dieser Welt vergeht, das Schema von Leid, Krankheit, Trauer und Tod vergeht – das neue Leben bei Jesus kommt.

Dann ist Jesus der Weg zum Vater. Wie das Euer Bild zeigt. Mit dem hellen Weg, der vom dunklen abzweigt. Der uns aus dem Schema dieser Welt der Sorgen zu Gott führt ins neue Leben.

Ja – unser Leben spielt sich jetzt noch nicht ausschließlich an Lieblingsplätzen ab. Es ist weder Ponyhof noch Wunschkonzert. Aber genau an den schwierigen Plätzen ist Jesus bei uns: als Licht, als guter Hirte, als Auferstehung, als Weg zum Vater, als Wahrheit und Leben. Dann vergeht das Schema dieser Welt. Wir brauchen uns keine unnötigen Sorgen machen. Amen.