15. Mai 2016 - Pfingstsonntag


Anspiel zu Apostelgeschichte16,16-40:

Erzähler: Paulus und Silas sind bei den Christen in der griechischen Stadt Philippi. Sie sind bei Lydia, einer Frau aus dieser Gemeinde zu Gast. Sie kommen aus dem Haus von Lydia und gehen über den Marktplatz.

Paulus: Hier im Land Mazedonien wohnen viele Römer. Ob wir ihnen etwas von Jesus erzählen können?

Wahrsagerin folgt ihnen.

Silas: Was ist denn das für eine Frau? Sie läuft ständig hinter uns her!

Paulus: Will sie uns bei den Römern anzeigen?

Wahrsagerin: Diese Leute sind von Gott gesandt!

Silas: Sei ruhig! Sonst verhaften uns noch die Römer!

Wahrsagerin: Diese Leute sind von Gott gesandt!

Paulus: Silas, das ist keine, die uns verraten will. Das ist eine Wahrsagerin. Die ist Sklavin bei irgendwelchen Reichen, die mit ihrer Wahrsagerei Geld verdienen.

Silas: Und was machen wir jetzt?

Paulus (wendet sich der Frau zu): Dieser Geist der Wahrsagerei soll dich verlassen.

Wahrsagerin: Wer seid ihr?

Sklavenbesitzer: Was ist passiert? Unsere Wahrsagerin ist plötzlich so normal.

Wahrsagerin: Diese Männer haben mich befreit.

Sklavenbesitzer: Was? Ich habe mit dir so viel Geld verdient! Diese beiden lasse ich verhaften. Soldaten!

Soldat 1: Was ist?

Sklavenbesitzer: Seht ihr diese Männer?

Soldat 2: Ja! Was ist mit ihnen.

Sklavenbesitzer: Die sind gefährlich! Sie reden was vom Gott Israels und von einem Jesus. Wir aber sind Römer und glauben das nicht. Sie bringen alles durcheinander. Verhaftet sie!

Die Soldaten packen Paulus und Silas und führen sie zum Richter.

Richter: Seid ihr Israeliten und erzählt ihr vom Gott Israels?

Silas: Ja, wir glauben an Jesus als Sohn Gottes.

Richter: Dann ab ins Gefängnis! Soldaten, führt sie ab!

Soldaten bringen Paulus und Silas zum Gefängniswärter.

Soldat 1: Diese beiden Männer machten viel Ärger in der Stadt.

Soldat 2: Lege sie ins innerste Gefängnis und pass gut auf sie auf.

Gefängniswärter: Aber sicher! Auf! Mitkommen.

(Führt sie in die Zelle, geht zurück vors Gefängnis, legt sich schlafen.)

In der Nacht singen Paulus und Silas Loblieder auf Gott — immer und immer wieder.

Gemeinde singt: »Ich lobe meinen Gott«

Paulus: Was ist das?

Silas: Ein Erdbeben!

(Gefängnis einstürzen lassen)

Gefängniswärter springt auf: Alles ist zerstört. Die Gefangenen sind geflohen. Was für eine Katastrophe! Ich bring mich um, ich muss mich umbringen!

Paulus: Wir sind alle noch da, wir sind nicht geflohen.

Silas: Habe keine Angst.

Gefängniswärter: Warum seid ihr nicht geflohen? Warum habt ihr das getan? Wer seid ihr? Ihr habt mein Leben gerettet!

Paulus: Wir sind hier, um von Jesus zu erzählen.

Gefängniswärter: Was muss ich tun, damit ich gerettet werde?

Silas: Vertraue Jesus, dann wirst du und deine Familie gerettet.

Erzähler: Der Gefängniswärter lädt sie nach Hause ein, dort erzählt ihm Paulus von Jesus und seiner Botschaft. Von dieser Botschaft ist der Gefängniswärter angetan und vertraut mit seiner ganzen Familie auf Gott. Paulus und Silas aber kehren ins Gefängnis zurück.

Soldat 1: Wo sind die beiden Gefangenen?

Gefängniswärter bringt Paulus und Silas.

Soldat 2: Ihr seid frei, verlasst die Stadt.

Paulus: Nein, dies tun wir nicht. Ich bin geschlagen worden und ihr dürft keinen römischen Bürger ohne einen ordentlichen Prozess schlagen. Ich erwarte eine Entschuldigung des Richters.

Erzähler: Als der Richter dies hört, erschrickt er und lässt Silas und Paulus frei in die Stadt ziehen. Die beiden kehren ins Haus der Lydia zurück. Dort verabschieden sie sich später und ziehen weiter.

Predigt:

Das, was Ihr uns gerade gezeigt habt, ist vor einem Monat tatsächlich so ähnlich passiert: In Ecuador gab es ein Erdbeben. Im Ort Portoviejo nutzten mehr als 100 Häftlinge die Lage, um aus dem beschädigten örtlichen Gefängnis auszubrechen.

Und doch ganz anders: dort waren es Verbrecher, die geschaut haben, wie sie eine Katastrophe nutzen konnten, um ganz schnell in die Freiheit zu entkommen. Hier ist es ganz anders: Gott nutzt das Erdbeben, um unschuldige Menschen zu befreien: äußerlich wie innerlich.

Denn befreit worden sind ja nicht nur die beiden Gefangenen Paulus und Silas. Eigentlich sind auch der Gefängniswärter und seine Familie befreit worden. Befreit worden zu einem Leben mit Gott.

Das Erdbeben hier ist also mehr als nur ein Naturphänomen. Es ist Gott selbst, der die Mauern zum Wackeln bringt. Und zwar nicht nur die Gefängnismauern. Sondern alles, was das Leben von Menschen einschränkt. Was Menschen gefangen setzt. Innerlich und äußerlich.

Damit werden die geborstenen Wände ein Symbol für alle Befreiung, die Gott bringt. Die größte Befreiung ist die von der Macht des Todes – durch die Auferstehung Jesu. Seitdem kann nichts und niemand mehr diese Kraft Gottes einschränken.

Diese Kraft Gottes, die befreit, ist bei jedem Menschen. Das ist die Botschaft des Pfingstfestes. Gottes Kraft, Gottes Geist, befreit uns zum Glauben wie den Gefängniswärter damals. Dass wir wie Paulus und Silas Gottes Botschaft weitersagen können. Und seine Kraft, die befreit – egal was uns gefangen setzen will. Amen.