16. April 2017 - Osternacht


Kurzansprache zu Jesaja 26,19

Liebe Gemeinde,

wir sind den Weg in diesen Ostermorgen gegangen. Diesen Weg vom Tod zum Leben. Wir haben das immer wieder mit Worten aus dem Jesaja-Buch verdeutlicht: welche Macht der Tod hat, welchen Schmerz er auslöst. Doch dabei bleibt der Prophet nicht stehen. Der Abschnitt geht weiter:

„Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten herausgeben.“

Das Licht und die Kraft Gottes werden hier mit Tau verglichen – Tau, der einen trockenen Boden wieder zum Blühen bringt. So kommt Gottes Licht in die Dunkelheit des Todes, so kommt Gottes Kraft in die Höhle der Gräber.

Bleibt das aber nicht nur eine leere Floskel: Deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen? Eine Floskel – nicht gedeckt durch die Realität?

Denn Realität ist ja der Tod mit all seinen Konsequenzen – jedes Leben ist doch endlich. „Der Tod ist sicher – unsicher ist nur die Stunde“ sagten schon die alten Römer. Haben wir da heute mit dem Prophetenwort nur ein Wunschbild beschworen?

Aber der erste Ostermorgen ist die Realität, die das Wort des Propheten bestätigt hat. Ja – da ist einer unter der Erde aufgewacht. Da hat die Kraft des Lichtes Gottes wie Tau gewirkt – Leben aus dem Tod geschaffen. Als Jesus aus dem Grab kam.

Mit diesem Ostersieg hat Gott den Propheten ins Recht gesetzt. Der ja nicht nur von einer Auferstehung sprach, sondern vom neuen Leben für alle Toten, die zu Gott gehören. Die Auferstehung Jesu war nur ein Anfang – eine Bestätigung des Prophetenwortes.

Jetzt hoffen wir für uns und für alle Verstorbenen, dass Gott am Ende des Lebens und am Ende der Zeit auch die ganze Verheißung Jesajas wahr macht: deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Amen.