19. Februar 2017 - Sexagesimae


Kurzpredigt zu Markus 4,26-29

Ja, mit dem Wachsen ist das so eine Sache. Gerade wenn man die Bilder der Konfi4-Kinder als Babys sieht – und dann sie neun oder zehn Jahre später hier so vor sich. Vor allem Eltern und Großeltern staunen: Was schon so viel Zeit vergangen? Und Kinder oder Jugendliche können es fast nicht mehr hören, wenn ständig Onkels und Tanten sagen: „Bist du groß geworden!“

Und nicht nur äußerlich wachsen wir, sondern auch innerlich: Wir lernen Neues. Können immer mehr.

Ja, machen kann man da nichts: Wir können nicht dafür sorgen, dass Kinder wachsen. Und wir können es nicht stoppen. Kinder entwickeln sich – wir können vielleicht etwas dazu beitragen, dabei zu helfen. Aber je älter diese Kinder werden, desto mehr merken wir als Eltern, als Verwandte, als Lehrer, als Pfarrer: Sie werden selbstständig. Tun das, was sie für richtig halten. Müssen ihre eigenen Erfahrungen machen – ja auch ihre eigenen Fehler. Nur so lernen sie.

Wenn wir diese Kinder begleiten, gleichen wir ein wenig dem Landwirt im eben gehörten Gleichnis Jesu. Der tut natürlich schon etwas: Er bereitet den Boden vor, sät, düngt und erntet am Schluss. Doch das letztlich Entscheidende kann er nicht beeinflussen. Das Wachsen. Das bleibt Geheimnis des Lebens. Wunder der Schöpfung, Kraft Gottes.

Damit macht uns Jesus Mut: Mut, das zu tun, was wir können. Und Mut, das Wachsen, die Entwicklung dieser Kinder getrost ebenso dieser Kraft Gottes zu überlassen. Gott, der diesen Kindern das Leben geschenkt hat begleitet sie mit seiner Kraft und seinem Segen.

Jesus nimmt dieses Bild vom Korn, das von selber wächst als Bild dafür, wie Gott in dieser Welt regiert. Oft so, dass wir es nicht sehen können – so wenig wie das Korn in der Erde. Aber so, dass wir die Ergebnisse sehen. Wie bei der Pflanze, die aus der Erde kommt. Seine Kraft wirkt unsichtbar – aber spürbar.

Vertrauen wir das Leben dieser Kinder dieser Kraft Gottes an. Vertrauen wir unser Leben und unsere Welt dieser Kraft Gottes an. Seinem Segen: der unsichtbar und doch wirkungsvoll handelt. Amen.