19. Juni 2016 - Vierter Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest


Kurzpredigt im Gottesdienst für Dich

Ja, Steine und Menschen haben einiges gemeinsam. Das Leben hinterlässt an beiden Spuren. Man sieht, wo sich etwas Hartes eingegraben hat. Wie der Stein sich zusammensetzt – so wie wir Menschen ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. Jeder und jede von uns ist einmalig.

Und zugleich können Steine wehtun, sind hart, können verletzen. Wie wir Menschen, das haben wir gerade gehört in der Geschichte von Josef und seinen Brüdern. Doch Josef steigt aus aus dem Kreislauf der Härte, des gegenseitigen Verletzens. Er verzeiht. Weil er andere Spuren sieht in seinem Leben. Nicht nur die Verletzungen, die er und seine Brüder einander angetan haben.

Sondern er sieht die Spuren, die Gott in seinem Leben hinterlassen hat. Ja, die Menschen meinen es oft böse. Gott aber hat es gut gemacht.

Bei Josef sieht man es: Er und seine Brüder wären verhungert, wenn er nicht zuvor in Ägypten gelandet wäre. Am Ende kann er sagen: Es geht uns besser als zuvor.

Vielleicht müssen wir auch so unser Leben betrachten. Sehen, was alles gut geworden ist. Wo Gott für mich gesorgt hat – sogar dort, wo nicht alles wunschgemäß gelaufen ist. So den Stein unseres Lebens betrachten. Erkennen, dass Gott das Schwere mitgetragen hat.

So sagt es Josef: Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es gut gemacht. Das war sein Plan und so ist es geschehen.

Wenn wir dem Gott vertrauen, der für uns sorgt. Dann können wir auch die Lasten anderer mittragen. Umeinander uns kümmern. Dann sind wir als Gemeinde wirklich der bunte Bau Gottes aus lebendigen Steinen. Wenn gilt: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Amen.