22. November 2017 - Buß- und Bettag


Liebe Gemeinde!

Die Bibel vergleicht den Menschen gerne mit einem Baum. Denn ein Baum braucht gute Wurzeln, einen stabilen Stamm, ausladende Äste. Nur so kann er die Kraft aus der Erde und das Licht der Sonne aufnehmen. Nur so kann er Halt finden bei Stürmen. Und nur so kann er dann auch gute Früchte bringen.

Ebenso wir Menschen: Wir sind manchmal wie die zwei Bäume, die Ihr uns dargestellt habt. Manchmal schaffen und reden wir Gutes, manchmal nicht. So wie wir es ja auch in Eurer Spielszene gezeigt habt: Versucht man den anderen zu verletzen – mit dem, was man tut und fast noch mehr mit dem, was man sagt. Oder hilft man sich, tröstet, ermutigt.

Eine Grundfrage unseres Lebens ist: Warum sind wir Menschen so oft wie diese schlechten Bäume – obwohl wir doch alle so gerne gute Früchte bringen würden? Häufig verbunden mit der Frage nach Gott: Warum verhindert Gott nicht, dass Böses getan wird?

Eine Antwort gibt Jesus mit diesem Gleichnis von den Bäumen und Früchten, das wir vorher gehört haben. Wie beim Baum kommt es auch beim Menschen auf die richtigen Wurzeln an. Wenn wir bei Gott unsere Wurzeln haben, bringen wir die guten Früchte hervor. Gott lässt uns Menschen die Freiheit, uns zu entscheiden: Wo wurzelt unser Leben? Und daraus kommen dann auch gute oder schlechte Früchte.

Nun gibt aber auch die andere Erfahrung: Wir glauben an Gott. Wir bitten ihn um Liebe, um die richtigen Worte, um die guten Taten. Und doch sind wir so oft von uns selbst enttäuscht – von unserem Denken, Reden und Handeln.

Ja – das gibt es. Auch bei guten Bäumen gibt es manchmal faulige Früchte. Dann uns auf die Wurzel besinnen – auf die Quelle unserer Kraft. Zu Gott kommen: den Mut haben, Fehler zu erkennen, einzugestehen und zu verbessern. Gott um Kraft bitten. Aus dieser Quelle des Lebens leben. Zu Gott uns hinwenden, zu sagen, was nicht gut ist, um Kraft bitten. Das heißt in alter Sprache: Buße tun und beten. Dafür ist heute Zeit – am Buß- und Bettag. Und dann aus der Quelle leben. Amen.