27. März 2016 - Osternacht


Kurzansprache zu Offenbarung 1,8

Wir feiern die Osternacht in einer Welt, die aus den Fugen geraten scheint. Von der schrecklichen Fratze des Terrors, die wir immer wieder sehen müssen, über tiefgreifende Verunsicherung vieler angesichts der Folgen dieser aus den Fugen geratenen Welt für uns hier bis hin zu Erfahrungen von Krankheit und Leid, Tod und Trauer im eigenen Umfeld. Gibt es jemand, der diese Welt aus den Fugen wieder zusammenführt?

Da hören wir eine Zusage des erhöhten Christus heute Morgen. Eine Zusage, die schon auf mancher Osterkerze die Motive inspiriert hat: „Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“

Anfang und Ende – dafür stehen Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Vergangenheit und Zukunft: Er war schon immer da und er kommt. Er kommt auf uns zu – nicht ein blindes Schicksal, nicht ein ungewisses Etwas – sondern er, der Allmächtige.

So wird klar, wer alles zusammenfügt, was in unserem Leben und in unserer Welt aus den Fugen scheint. Der, der uns immer schon begleitet hat. Der, der vor der Schöpfung bereits da war. Der, dem die Zukunft gehört.

Diese Allmacht hat Christus unter Beweis gestellt am ersten Ostermorgen. Als der, der alles aus den Fugen bringt - der Tod - ihn nicht besiegen konnte. Das ist der Anhaltspunkt für die Zuversicht, mit der wir diese Welt betrachten, das, was aus den Fugen scheint. Dass sich da einer als so stark erwiesen hat, dass nichts seine Allmacht einschränkt.

Deshalb soll uns das Geschehen dieser Osternacht stark und mutig machen. Bewusst und aufmerksam, zuversichtlich und zupackend in dieser Welt zu leben. Das, was aus den Fugen scheint, dem anvertrauen, der war und ist und kommt. Und das zusammenfügen, was wir selbst zusammenfügen können.

Im Vertrauen auf die Zusage des Auferstandenen: „Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ Amen.