27. November 2016 - Erster Sonntag im Advent


Predigt zu Sacharja 9,9 im Familiengottesdienst zum "Liebes-Domino" der Jungschar

Wenn die Domino-Welle sich fortsetzt, ist das immer wieder faszinierend. Ein Stein stößt den anderen an. Deshalb ist der Domino-Effekt ja ein geflügeltes Wort. Immer dann, wenn etwas passiert und das Folgen hat. Hier in Eurem Spiel hat es positive Folgen. Einer tut etwas Gutes und das steckt andere an.

Weil wir das ja brauchen. Ein Vorbild. Das uns ansteckt. Das uns anstößt, etwas zu tun.

Aber ein Domino-Effekt kann auch in die umgekehrte Richtung gehen. Wenn niemand etwas Gutes tut, dann stiftet das andere dazu an, auch nichts zu machen – sonst wäre ich ja der einzige Dumme, der nur ausgenutzt wird. Und wir Menschen sind bequem. Verstecken uns gerne in der Masse.

Aber das wäre schade. Unsere Welt würde dadurch kälter und ärmer – wenn es einen Domino-Effekt des Nichtstuns geben würde.

Also brauchen wir den Anstoß fürs Umgekehrte. Zum Gutes tun. Wo aber ist dieser erste Domino-Stein? Wer gibt den Start-Impuls zum Guten? Wer hält die Steine auf, wenn sie andersherum zu fallen drohen?

Eine Antwort gibt dieser Adventssonntag. Advent heißt ja: Gott kommt in diese Welt. Gott kommt in diese Welt in Jesus. Der uns zeigt, was Liebe ist und wie Liebe gelebt wird. Über diesem Adventssonntag steht deshalb ein Wort des Propheten Sacharja: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer!“

Jesus hat gewissermaßen diesen ersten Domino-Stein angestoßen, weil er selber angestoßen wurde von Gott. Was Luther hier als „Helfer“ übersetzt, ist zugleich einer, dem von Gott geholfen wurde.

Dieser König steht an unserer Seite. Gerade dann, wenn wir Hilfe brauchen. Er steht an unserer Seite – verlässlich und treu. Das bedeutet hier „gerecht“.

Wenn wir uns dann auch dadurch anstoßen lassen: Jeder von uns braucht Hilfe und soll dann ermutigt werden, anderen zu helfen. Jeder von uns braucht Zuverlässigkeit. Deshalb sollen auch wir zuverlässig sein. Wenn wir nicht verlässlich sind, wenn wir nicht helfen – warum sollen es dann andere uns gegenüber tun?

Die Domino-Welle lebt davon, dass der Impuls weitergegeben wird, dass der positive Domino-Effekt eintritt. Wenn wir in einer Welt leben wollen, in der Menschen geholfen wird, in der niemand hilflos bleibt – dann müssen wir schon selbst uns anstoßen lassen.

Advent – das ist der erste Anstoß. Der Anstoß, den Gott gibt. Weil er kommt. Weil Christus in diese Welt gekommen ist. Als Gerechter und als Helfer. Weil diese Welt und unser Tun getragen bleibt von Gottes Gerechtigkeit und Hilfe. Amen