29. September 2019 - Michaelis


Vielen Dank für Eure Bilder und Texte! Vielfältig treten die Engel hier den Menschen an die Seite. Wie eine schützende Mauer. Wie eine bergende Hand. Als einer, der tröstet. Der neue Perspektiven aufzeigt.

Daran zeigt sich: Gottes Engel – das sind Gottes gute Kräfte, die uns Menschen berühren, begleiten, beschützen, halten. Manche sagen auch im Rückblick auf eine gefährliche Situation: Da habe ich einen Schutzengel gehabt!

Engel gesehen haben wir meist noch nicht – zumindest nicht so, wie sie an der Weihnachtskrippe dargestellt werden. Mit weißen Gewändern, Flügeln und Lichtschein. Diese Dinge haben ja auch eine übertragene Bedeutung – sie zeigen: Die Engel haben menschliche Gestalt, tragen aber das Licht Gottes in sich. Verbinden mit ihren Flügeln Himmel und Erde. Engel sind die Verbindung zwischen Gott und Mensch, zwischen Himmel und Erde. Doch diese Verbindung ist meist unsichtbar. Erst spürbar, wenn wir entdecken: Ich bin bewahrt und beschützt geblieben.

Wir entdecken Gottes Engel oft, wenn wir in uns hineinhorchen. Merken, dass wir innerlich Kraft bekommen, eine schwierige Situation durchzustehen. Der Engel in uns. Rose Ausländer hat das in ein Gedicht gefasst:

Der Engel in dir

freut sich über dein

Licht

weint über deine Finsternis

Aus seinen Flügeln rauschen

Liebesworte

Gedichte Liebkosungen

Er bewacht

deinen Weg

Lenk deinen Schritt

engelwärts

Engel in den Sprachen der Bibel heißt: Gesandter. Bote. Von Gott zu den Menschen gesandt. Gott sendet seine schützenden und bergenden Mächte in unser Leben. Manchmal durch scheinbare Zufälle. Denkwürdige Begegnungen. Rettende Einfälle. Manchmal in Gestalt anderer Menschen. So wie es in einem bekannten Gedicht von Rudolf Otto Wiemer heißt:

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,

die Engel.

Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,

oft sind sie alt und hässlich und klein,

die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,

die Engel.

Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,

oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,

der Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,

der Engel.

Dem Kranken hat er das Bett gemacht,

er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,

der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein,

der Engel,

groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein -

es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,

die Engel.

So kann jeder von uns für den anderen ein Engel Gottes sein: Beschützend, begleitend, manchmal auch abwehrend. Wir sind dadurch geborgen – von Gottes Engeln. Seinen guten Mächten. Amen.